Wallauer Spange gestoppt: Wiesbaden braucht jetzt Klarheit

Pressemitteilung,  29. Januar 2026

Der Stopp der Wallauer Spange durch das Eisenbahn-Bundesamt ist ein schwerer Rückschlag für Wiesbaden. Für viele Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem: Die dringend erhoffte Verbesserung im Bahnverkehr rückt erneut in ungewisse Ferne.

„Die Wallauer Spange ist für Wiesbaden enorm wichtig, weil sie den Alltag vieler Menschen ganz konkret verbessern würde“, erklärt Daniel Weber, mobilitätspolitischer Sprecher der Volt-Fraktion Wiesbaden. „Kürzere Fahrzeiten zum Flughafen, bessere Verbindungen nach Darmstadt und Frankfurt, weniger Umwege und mehr Verlässlichkeit im Bahnverkehr – davon profitieren Pendlerinnen und Pendler, Beschäftigte, Unternehmen und Reisende gleichermaßen.“

Gerade für eine Stadt ohne eigenen ICE-Hauptknoten ist die Wallauer Spange ein Schlüsselprojekt. Sie würde Wiesbaden erstmals direkt an einen der wichtigsten Fernverkehrsknoten Deutschlands anbinden und den Hauptbahnhof deutlich aufwerten. „Das ist keine abstrakte Verkehrspolitik, sondern eine Frage von Zeit, Lebensqualität und Standortattraktivität“, so Weber.

Aktuell ist nichts geklärt

Volt widerspricht daher ausdrücklich der Darstellung, die Lage sei weitgehend geklärt oder entspannt. Aussagen aus der CDU, wonach „die Kuh vom Eis“ sei, greifen aus Sicht von Volt zu kurz. Nach aktueller  Berichterstattung  ist die Wallauer Spange sogar erstmal vom Tisch. Das Genehmigungsverfahren wurde eingestellt, weil die Unterlagen der Bahn unzureichend waren. Ob, wann und in welcher Form das Verfahren neu aufgesetzt wird, ist derzeit offen.

Kein endgültiges Nein, aber ein herber Rückschlag

Ein Neustart wäre möglich, aber nur mit einem neuen Antrag. Das ist aufwändig, teuer und politisch nicht garantiert. Besonders kritisch sieht Volt die Kommunikation von Bahn und Bund. „Was wir hier erleben, ist leider kein Einzelfall“, sagt Weber. „Ob Baustellen, Fahrpläne oder Großprojekte – die Kommunikation der Deutschen Bahn sorgt seit Jahren für Frust bei Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie bei Kommunen.“ Auch im Fall der Wallauer Spange fehlten bis heute klare, direkte und offizielle Informationen an die Stadt Wiesbaden. „Statt transparenter Kommunikation erleben wir Schweigen, widersprüchliche Signale und nachträgliche Einordnungen. Da fragt man sich inzwischen wirklich, was hier eigentlich los ist.“ 

Beteiligte Kommunen haben bereits investiert

Für Wiesbaden ist diese Situation besonders problematisch. Die Stadt und die Nachbarkommunen haben längst investiert – in Planungen für Busverkehre, Radwege, Straßenanbindungen und Park-and-Ride-Angebote. „Das sind reale Steuergelder und konkrete Vorleistungen“, betont Weber. „Wenn dann nicht einmal klar gesagt wird, wie es weitergeht, ist das gegenüber den Kommunen schlicht nicht fair.“

Volt stellt klar: Wir können die Wallauer Spange nicht aufgeben. Die bisher bekannte Verzögerung war bereits ein harter Dämpfer. Die Ablehnung des Antrags auf Planfeststellung ist kein akzeptabler Zustand. Wir brauchen Antworten, wann und wie das Projekt weiterverfolgt werden soll. 

„Die Menschen in Wiesbaden erwarten zu Recht funktionierende Bahnprojekte und ehrliche Kommunikation“, sagt Weber abschließend. „Schönreden hilft niemandem. Was wir jetzt brauchen, sind klare Aussagen, transparente Prozesse und Verantwortungsbewusstsein bei Bahn und Bund. Nur so schaffen wir Vertrauen und Akzeptanz der Verkehrswende.“